Pestalozzi-Oberschule

Neusalza-Spremberg

Konzert in der Oberschule

Jule Malischke, Stephan Bormann - ich hatte von beiden noch nie gehört. Da ich mir aber nur eine fundierte Meinung bilden kann, wenn ich entsprechende Erfahrungen gemacht habe, kaufte ich mir eine Eintrittskarte. Zudem wollte ich unbedingt unseren Schulchor „Kommando Ohrwurm“ live erleben - die CD hatte mich nämlich bereits von seinem Können überzeugt. Und was soll ich sagen? Das Konzert war unglaublich - ich habe keine Minute bereut!
In der stimmungsvoll beleuchteten Spielhalle der Pestalozzi-Oberschule blieb am 22. September 2017 kein Platz leer. Das Publikum reiste aus vielen Teilen Sachsens an und nahm dafür teilweise lange Anfahrtswege in Kauf. Belohnt wurden die Zuhörer mit wirklich leckeren Speisen und Getränken, denen anschließend zudem ein wunderbarer Ohrenschmaus folgte. Schon vor dem eigentlichen Konzert gab es also einen hohen Wohlfühlfaktor. Mich beeindruckte die perfekte Organisation der Veranstaltung. Auch die Atmosphäre vor dem eigentlichen Konzert muss man einfach mal selbst erlebt haben- überall summte, kicherte, schwatzte es, apfelbäckige, hibbelige kleine und große Chorwürmer flitzten durch die Schulflure und waren kaum zu beruhigen, Instrumente wurden gestimmt.

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Ungläubiges Staunen zeigte sich wahrscheinlich nicht nur auf meinem Gesicht, als Jule Malischke, die junge Künstlerin, zusammen mit Stephan Bormann, dem Professor für Gitarre, die Bühne betrat und mit ihrem Lied „Princess“ den Auftakt zu einem fulminanten Konzert gab. Diese kleine zarte Frau hat eine unfassbar ausdrucksstarke, unter die Haut gehende Stimme! Dazu kam die Virtuosität der zwei Ausnahmekünstler auf verschiedenen Gitarren- für mich ein völlig neues Klangerlebnis. Es war eindeutig Musik, die die Seele berührt. Untermalt wurden die musikalischen Beiträge mit persönlichen Geschichten, witzigen Anekdoten und amüsanten Zwischenbemerkungen. (Amüsanterweise hatten die Instrumente der Frau alle nette Namen, die des Mannes nur Nummern - ein Schelm, der daraus geschlechterspezifische Schlüsse zieht… ☺) Mich nahm sofort die entspannte und freiwillig- unfreiwillige Komik der Moderation für die sympathischen Künstler ein. Das Publikum war ebenfalls begeistert und es gab niemanden, der nicht des Lobes voll war.

Mich berührte auch die unglaublich herzliche Beziehung der zwei großartigen Künstler zu den Chorkindern - sie konnten gar nicht oft genug auf deren Können und Auftreten hinweisen - und die offene Wertschätzung für ihre Leiterin, Frau Andrea Loschke.

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Höhepunkt des Konzertes war auf jeden Fall die von Jule Malischke und Stephan Bormann für Kommando Ohrwurm neu geschriebene Hymne „Wir sind die Chorfamilie“, die zum ersten Mal öffentlich präsentiert wurde und für Begeisterungsstürme sorgte. Großartig klangen des Weiteren „Halleluja“ und „Princess“ - ein ebenfalls von der Künstlerin für den gemeinsamen Auftritt mit dem Chor neu arrangiertes Lied.

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Was bleibt, wenn ich an „mein“ erstes Konzert in Neusalza-Spremberg zurückdenke? Ein Gänsehautgefühl, Hochachtung vor den Leistungen der kleinen und großen Künstler, Verneigung vor den Verdiensten der Chorleiterin und Organisatorin der Veranstaltung, Frau Loschke, und der Wunsch nach weiteren tollen Veranstaltungen solcher Art.

TEXT: CATRIN NAHRENDORF,
LEHRERIN AN DER PESTALOZZI-OBERSCHULE NEUSALZA-SPREMBERG
FOTOS: RENÉ BITTERLICH