Helmut Schramm aus Oppach ist ein solcher Zeitzeuge. Der Oppacher Geschichtsverein lud ihn deshalb ein, sein Buch „Das war meine Jugend“ einem breiten Publikum vorzustellen. Er berichtet in diesem Buch von sieben verlorenen Jahren seiner Jugend. Sein Weg führte ihn von seiner Verhaftung über das „Gelbe Elend“ in Bautzen bis zur Zwangsarbeit nach Sibirien. Viele Grausamkeiten musste er erdulden, ehe er Pfingsten 1952 nach Hause zurückkehren konnte.
Der Geschichtsunterricht in der Klasse 9 vermittelt die Geschehnisse nach Kriegsende. Nicht nur das Ende des Krieges und der Wiederaufbau sollen im Mittelpunkt stehen, sondern auch Ereignisse und Verbrechen, die sich nach 1945 abgespielt haben. Deshalb luden die Geschichtslehrer und die Schüler der 9. Klassen Herrn Schramm am 07.04.2005 in unsere Pestalozzischule ein. Da Herr Schramm emotional nicht in der Lage war, selbst zu lesen, übernahmen vier Schüler diese Aufgabe, Sandra B. und Elisa F. aus der Klasse 9a sowie Nicole F. und Johannes O. aus der Klasse 9b. Anschließend stand Herr Schramm noch zur Verfügung, um Fragen zu seinen schmerzlichen Erlebnissen zu beantworten. Die Schüler und Lehrer verließen sehr bewegt diese Veranstaltung.
Betroffenes Schweigen löste auch die zweite Lesung aus, die am 12.04.2005 im Gemeindeamt in Oppach stattfand. Auch hier lasen wieder die vier Schüler unserer Schule und die Besucher kamen anschließend mit dem Autor ins Gespräch.
“Vergessen darf man diese Zeit nie!“ Das war die Meinung aller. Wir danken Herrn Schramm sehr, dass er dazu beiträgt.